Rhabarber-Kompott ohne Zucker, mit diesem Trick aus der Sterneküche wird er trotzdem süß…

Rhabarber-Kompott ohne Zucker, mit diesem Trick aus der Sterneküche wird er trotzdem süß…

Rhabarber ohne Zucker süß zu bekommen, klingt zunächst wie ein Widerspruch. Doch in der Sterneküche kennt man einen simplen, aber wirkungsvollen Trick: die richtige Zubereitungstechnik und die Kombination mit natürlichen Süßungsmitteln. Dieser Rhabarber-Kompott verzichtet komplett auf raffinierten Zucker und überzeugt dennoch mit einer angenehmen Süße, die aus der Frucht selbst und einer cleveren Aromenkombination stammt. Die Methode basiert darauf, die natürlichen Süßereserven im Rhabarber durch sanftes Garen freizusetzen und mit komplementären Aromen zu verstärken. So entsteht ein Kompott, das nicht nur gesünder ist, sondern auch die feinen Nuancen des Rhabarbers besser zur Geltung bringt. Diese Technik wird in gehobenen Restaurants seit Jahren angewendet und lässt sich problemlos zu Hause umsetzen.

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Zutaten

Personen +

Utensilien

Zubereitung

1. Rhabarber vorbereiten

Wascht den Rhabarber gründlich unter kaltem Wasser. Entfernt die Blätter vollständig, falls noch vorhanden, denn diese sind giftig. Schneidet die Enden ab. Mit einem Sparschäler (ein Werkzeug zum Schälen von Gemüse) zieht ihr die faserigen Fäden von den Stangen ab, indem ihr von oben nach unten schabt. Dies ist wichtig, damit der Kompott später eine angenehme Konsistenz bekommt. Schneidet den Rhabarber in etwa 2 cm lange Stücke. Alle Stücke sollten ungefähr gleich groß sein, damit sie gleichmäßig garen.

2. Gewürze und aromen vorbereiten

Schneidet die Vanilleschote der Länge nach auf und kratzt mit der Messerspitze das Mark heraus. Sowohl Schote als auch Mark werden verwendet. Schält den Ingwer und schneidet ihn in dünne Scheiben. Die Zimtstange und den Sternanis legt ihr bereit. Diese Gewürze verstärken die natürliche Süße des Rhabarbers und verleihen dem Kompott eine besondere Tiefe.

3. Basis erstellen

Gebt den Apfelsaft in einen Topf mit dickem Boden. Fügt die Vanilleschote mit Mark, die Zimtstange, den Sternanis und die Ingwerscheiben hinzu. Bringt alles bei mittlerer Hitze zum Köcheln. Lasst die Gewürze etwa 3 Minuten im Saft ziehen, damit sich die Aromen entfalten können. Diese Basis ist der Schlüssel zum Erfolg, denn der naturtrübe Apfelsaft bringt Fruchtzucker mit, der die Süße liefert.

4. Rhabarber garen

Gebt nun die Rhabarberstücke in den Topf. Fügt eine Prise Salz hinzu, das die Süße verstärkt (ein Trick aus der Sterneküche). Rührt vorsichtig um, sodass alle Stücke mit der Flüssigkeit bedeckt sind. Reduziert die Hitze auf niedrig und lasst den Rhabarber etwa 15 bis 20 Minuten sanft köcheln. Wichtig ist, dass ihr nicht zu stark rührt, damit die Stücke ihre Form behalten. Der Rhabarber sollte weich werden, aber nicht zu Mus zerfallen.

5. Konsistenz prüfen

Nach etwa 15 Minuten prüft ihr mit einer Gabel, ob der Rhabarber weich ist. Er sollte leicht nachgeben, aber noch Struktur haben. Wenn die Flüssigkeit noch zu dünn ist, lasst den Kompott ohne Deckel weitere 5 Minuten köcheln, damit etwas Flüssigkeit verdampft. Wenn er zu dick wird, gebt ihr etwas mehr Apfelsaft hinzu. Die Konsistenz sollte sirupartig sein.

6. Abschmecken und verfeinern

Nehmt den Topf vom Herd. Fügt den Zitronensaft hinzu und rührt vorsichtig um. Der Zitronensaft hebt die Aromen und bringt Frische ins Spiel. Probiert den Kompott. Falls er euch nicht süß genug ist, könnt ihr noch etwas mehr Apfelsaft unterrühren oder beim nächsten Mal die Menge erhöhen. Entfernt die Vanilleschote, die Zimtstange, den Sternanis und die Ingwerscheiben mit einer Gabel oder einem Löffel.

7. Abkühlen lassen

Lasst den Kompott auf Raumtemperatur abkühlen. Dabei dickt er noch etwas nach. Ihr könnt ihn warm servieren, aber die Aromen entfalten sich noch besser, wenn er mindestens eine Stunde durchgezogen ist. Im Kühlschrank hält sich der Kompott in einem verschlossenen Glas etwa 5 Tage.

Fabienne

Tipp vom Chefkoch

Der entscheidende Trick aus der Sterneküche ist die Kombination von naturtrübem Apfelsaft und Gewürzen. Der Apfelsaft bringt Fruchtzucker mit, der sanfter schmeckt als raffinierter Zucker. Die Vanille und der Sternanis verstärken die Wahrnehmung von Süße im Gehirn, ohne dass tatsächlich mehr Zucker vorhanden ist. Eine Prise Salz aktiviert die Geschmacksrezeptoren und lässt süße Noten intensiver wirken. Achtet darauf, den Rhabarber nicht zu lange zu kochen, sonst wird er bitter. Die niedrige Temperatur bewahrt die natürlichen Fruchtzucker und verhindert, dass zu viel Säure freigesetzt wird.

Passende getränke zum rhabarber-kompott

Da es sich um ein Dessert handelt, empfiehlt sich ein süßer Weißwein wie ein Riesling spätlese oder eine Beerenauslese. Die Restsüße des Weins harmoniert mit der fruchtigen Säure des Rhabarbers. Alternativ passt ein kühler Holunderblütensirup mit Mineralwasser, der die floralen Noten der Vanille aufgreift. Auch ein leichter Prosecco mit seiner feinen Perlage bildet einen schönen Kontrast zur Textur des Kompotts. Für Kinder eignet sich ein selbstgemachter Apfel-Ingwer-Saft, der die Aromen des Desserts widerspiegelt.

Zusätzliche Info

Rhabarber ist botanisch gesehen ein Gemüse, wird aber wie Obst verwendet. Er stammt ursprünglich aus Asien und wurde im 18. Jahrhundert nach Europa gebracht. In der Sterneküche wird Rhabarber wegen seiner Vielseitigkeit geschätzt: er passt zu süßen wie herzhaften Gerichten. Der Trick mit dem Apfelsaft stammt aus der modernen Gesundheitsküche, die auf raffinierten Zucker verzichtet. Rhabarber enthält viel Oxalsäure, die durch das Kochen teilweise abgebaut wird. Die Saison für frischen Rhabarber geht traditionell bis zum 24. Juni, dem Johannistag. Danach steigt der Oxalsäuregehalt stark an. Rhabarber-Kompott ist ein Klassiker der deutschen und skandinavischen Küche und wird oft zu Milchreis, Grießbrei oder Vanilleeis serviert.

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