Im Herzen des Schwarzwalds, wo die kulinarische Tradition auf moderne Kochkunst trifft, hat ein erfahrener Küchenchef sein ganz persönliches Spargelrisotto perfektioniert. Dieses cremige Gericht vereint die Eleganz italienischer Risottokunst mit der Frische regionalen Spargels und dem würzigen Aroma von Parmesan. Die Zubereitung erfordert zwar Aufmerksamkeit und Geduld, belohnt aber mit einem Restaurant-würdigen Ergebnis, das Familie und Gäste gleichermaßen begeistert. Der Schwarzwald-Koch schwört auf die langsame Zugabe der Brühe und das ständige Rühren – zwei Geheimnisse, die aus einfachem Reis ein seidiges Meisterwerk machen.
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mittel
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. Die Vorbereitung des Spargels
Wasche den grünen Spargel gründlich unter fließendem Wasser. Schneide die holzigen Enden ab – das sind meist die unteren zwei bis drei Zentimeter, die sich nicht gut kauen lassen. Schäle bei dickeren Stangen das untere Drittel vorsichtig mit einem Sparschäler. Schneide nun den Spargel in mundgerechte Stücke von etwa drei Zentimetern Länge. Die zarten Spitzen legst du beiseite, denn diese kommen erst später ins Risotto, damit sie nicht zu weich werden und ihre schöne Form behalten.
2. Die Brühe vorbereiten
Erhitze die Gemüsebrühe in einem separaten Topf und halte sie bei niedriger Temperatur warm. Das ist sehr wichtig, denn kalte Brühe würde den Kochprozess des Risottos unterbrechen und das Ergebnis weniger cremig machen. Die warme Brühe ermöglicht es dem Reis, kontinuierlich zu garen und die Stärke gleichmäßig abzugeben. Stelle die Schöpfkelle bereit, mit der du später portionsweise die Brühe zum Reis geben wirst.
3. Die Aromabasis schaffen
Schäle die Schalotten und den Knoblauch und hacke beides sehr fein. Je feiner du schneidest, desto besser verteilen sich die Aromen im Risotto. Erhitze in einem großen Topf mit dickem Boden zwei Esslöffel Olivenöl zusammen mit 20 Gramm Butter bei mittlerer Hitze. Wenn die Butter geschmolzen ist und leicht schäumt, gibst du Schalotten und Knoblauch hinein. Brate alles unter ständigem Rühren etwa drei Minuten an, bis die Schalotten glasig werden. Sie dürfen nicht braun werden, sonst schmeckt das Risotto bitter. Diese Mischung nennt man soffritto, die aromatische Grundlage vieler italienischer Gerichte.
4. Den Reis anrösten
Gib nun den Risottoreis zu den Schalotten und rühre alles gut durch, sodass jedes Reiskorn mit der Öl-Butter-Mischung überzogen wird. Dieser Schritt heißt tostatura und ist entscheidend für die spätere Konsistenz. Röste den Reis unter ständigem Rühren etwa zwei Minuten an, bis die Körner leicht glasig werden und an den Rändern durchscheinend aussehen. Du wirst einen leicht nussigen Duft wahrnehmen. Die Körner sollten nicht braun werden, sondern nur ihre Oberfläche versiegeln.
5. Mit Wein ablöschen
Gieße jetzt den Weißwein auf einmal zum Reis. Es wird sofort zischen und dampfen – das ist normal und gewünscht. Rühre kontinuierlich, damit nichts am Boden ansetzt. Der Alkohol verdampft innerhalb von zwei bis drei Minuten, während der Reis die Aromen des Weins aufnimmt. Warte, bis der Wein fast vollständig vom Reis aufgesogen wurde, bevor du mit der Brühe weitermachst. Diese Phase gibt dem Risotto eine angenehme Säure und Tiefe im Geschmack.
6. Die Spargelstiele garen
Füge nun die geschnittenen Spargelstücke hinzu – aber noch nicht die zarten Spitzen, die du beiseitegelegt hast. Gib eine erste Schöpfkelle warme Gemüsebrühe zum Reis und rühre sanft. Die Hitze sollte so eingestellt sein, dass die Flüssigkeit leicht köchelt, aber nicht wild sprudelt. Wenn die Brühe fast vollständig aufgesogen ist und du mit dem Holzlöffel über den Topfboden streichst, sollte eine Spur sichtbar bleiben. Erst dann gibst du die nächste Kelle Brühe hinzu. Dieser Prozess dauert etwa 20 Minuten und erfordert deine volle Aufmerksamkeit.
7. Das geduldige Rühren
Wiederhole den Vorgang des Brühe-Hinzugebens und Rührens. Jede Portion Brühe sollte fast vollständig absorbiert sein, bevor du die nächste hinzufügst. Durch dieses geduldige Vorgehen gibt der Reis seine Stärke langsam ab, was die typische cremige Konsistenz erzeugt. Rühre regelmäßig, aber nicht pausenlos – etwa alle 30 Sekunden reicht aus. Nach etwa 15 Minuten probiere ein Reiskorn: Es sollte außen weich sein, aber in der Mitte noch einen leichten Biss haben, den man al dente nennt. Das bedeutet, dass der Reis noch einen festen Kern hat, aber nicht mehr hart ist.
8. Die Spargelspitzen hinzufügen
Wenn der Reis fast fertig ist – nach etwa 18 Minuten Garzeit – gibst du die beiseitegelegten Spargelspitzen hinzu. Diese brauchen nur noch fünf Minuten, um perfekt zu garen und ihre leuchtend grüne Farbe zu behalten. Füge noch ein bis zwei Kellen Brühe hinzu und rühre vorsichtig, damit die zarten Spitzen nicht zerbrechen. Das Risotto sollte jetzt eine wellige, fließende Konsistenz haben – auf Italienisch sagt man dazu all’onda, was so viel bedeutet wie wellenförmig.
9. Die Mantecatura
Nimm den Topf vom Herd. Jetzt kommt der wichtigste Schritt für ein cremiges Risotto: die mantecatura. Gib die restlichen 40 Gramm kalte Butter in Stückchen und den gerieben Parmesan zum Risotto. Rühre energisch mit dem Holzlöffel, als würdest du eine Creme aufschlagen. Diese kraftvolle Bewegung verbindet die Butter, den Käse und die Reisstärke zu einer seidigen Emulsion. Reibe etwas Zitronenschale darüber für eine frische Note. Schmecke mit Salz und frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer ab. Das Risotto sollte jetzt glänzen und eine fast flüssige Konsistenz haben.
10. Das Ruhen lassen
Lege einen Deckel auf den Topf und lasse das Risotto zwei Minuten ruhen. In dieser Zeit setzt sich die Konsistenz, und die Aromen verbinden sich harmonisch. Diese kurze Ruhephase macht den Unterschied zwischen einem guten und einem perfekten Risotto aus. Nutze die Zeit, um die Teller vorzuwärmen – warme Teller sorgen dafür, dass das Risotto nicht zu schnell abkühlt und seine cremige Textur behält.
Tipp vom Chefkoch
Der Schwarzwald-Koch empfiehlt, immer etwas mehr Brühe bereitzuhalten als im Rezept angegeben. Je nach Reissorte und Herdtemperatur kann die benötigte Menge variieren. Falls das Risotto zu fest wird, einfach noch etwas warme Brühe unterrühren. Ein weiterer Profi-Tipp: Verwende für die Mantecatura wirklich kalte Butter direkt aus dem Kühlschrank – der Temperaturunterschied hilft bei der Emulsion. Und noch ein Geheimnis: Reibe etwas zusätzlichen Parmesan über jede Portion kurz vor dem Servieren für einen intensiveren Geschmack. Wenn du das Risotto noch raffinierter machen möchtest, kannst du einige Spargelspitzen in Olivenöl knusprig braten und als Garnitur verwenden.
Weinbegleitung aus der Region
Zum Spargelrisotto passt hervorragend ein trockener Weißwein aus Baden, der Weinregion des Schwarzwalds. Ein Grauburgunder oder ein Weißburgunder mit seiner feinen Säure und den fruchtigen Noten harmoniert perfekt mit dem cremigen Risotto und dem erdigen Spargelaroma. Die Mineralität des Weins ergänzt den salzigen Parmesan, ohne das Gericht zu dominieren. Alternativ eignet sich auch ein Chardonnay mit leichter Holznote, der die Butter im Risotto unterstreicht. Wer lieber einen italienischen Wein wählen möchte, greift zu einem Pinot Grigio aus dem Friaul oder einem Verdicchio aus den Marken. Wichtig ist, dass der Wein gut gekühlt serviert wird – etwa bei 10 bis 12 Grad Celsius.
Die Geschichte des Spargelrisottos
Risotto stammt ursprünglich aus Norditalien, genauer gesagt aus der Lombardei und dem Piemont, wo der Reisanbau seit dem 15. Jahrhundert eine lange Tradition hat. Die Kombination mit Spargel ist jedoch eine modernere Kreation, die sich besonders in der gehobenen Küche etabliert hat. Im Schwarzwald, wo sowohl italienische Einflüsse als auch lokale Spargelanbaugebiete zusammentreffen, hat sich diese Variante zu einem Frühlingsklassiker entwickelt. Der hier ansässige Küchenchef hat das Rezept über Jahre perfektioniert und dabei besonders auf die Balance zwischen der Cremigkeit des Risottos und der Frische des Spargels geachtet. Traditionell wird Risotto in Italien als erster Gang serviert, nicht als Hauptgericht. In Deutschland hat es sich jedoch als vollwertiges Hauptgericht etabliert, besonders wenn es mit Gemüse wie Spargel angereichert wird.



