Bärlauch-Pesto selbst machen: Mit diesem Trick bleibt die Farbe leuchtend grün

Bärlauch-Pesto selbst machen: Mit diesem Trick bleibt die Farbe leuchtend grün

Der Frühling bringt nicht nur wärmere Temperaturen, sondern auch ein kulinarisches Highlight: Bärlauch. Dieses aromatische Wildkraut verwandelt sich in ein köstliches Pesto, das Pasta, Brot und Gemüsegerichte verfeinert. Doch viele Hobbyköche kennen das Problem: das leuchtende Grün verfärbt sich schnell in ein unappetitliches Braun. Mit einem einfachen Trick lässt sich die intensive Farbe jedoch dauerhaft bewahren. Diese Technik stammt aus der professionellen Küche und garantiert ein leuchtendes, frisches Grün, das auch nach Wochen im Kühlschrank bestehen bleibt. Das Geheimnis liegt in der richtigen Vorbereitung und einer speziellen Blanchier-Methode (kurzes Erhitzen in kochendem Wasser), die Enzyme deaktiviert, welche für die Oxidation verantwortlich sind. Dieses Rezept zeigt Schritt für Schritt, wie ein perfektes Bärlauch-Pesto gelingt, das nicht nur geschmacklich, sondern auch optisch überzeugt.

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Zutaten

Personen +

Utensilien

Zubereitung

1.

Zunächst einen großen Topf mit reichlich Wasser zum Kochen bringen und großzügig salzen. Das Salzwasser sollte wie Meerwasser schmecken, denn dies hilft, die grüne Farbe zu fixieren. Parallel dazu eine große Schüssel mit Eiswasser und mehreren Eiswürfeln vorbereiten. Dieser Schritt ist entscheidend für den Farberhalt.

2.

Den Bärlauch gründlich waschen und trockenschütteln. Welke oder beschädigte Blätter aussortieren. Die Stiele können mitverwendet werden, da sie viel Aroma enthalten. Falls tiefgekühlter Bärlauch verwendet wird, diesen nicht auftauen, sondern direkt verarbeiten.

3.

Jetzt kommt der entscheidende Trick: Den Bärlauch für exakt 10 bis 15 Sekunden in das sprudelnd kochende Wasser geben. Nicht länger, sonst verliert er sein Aroma. Dieser Vorgang heißt Blanchieren (kurzes Garen in kochendem Wasser) und stoppt die Enzyme, die für die Braunfärbung verantwortlich sind.

4.

Sofort nach dem Blanchieren den Bärlauch mit einer Schaumkelle herausheben und direkt in das vorbereitete Eiswasser geben. Dieser Temperaturschock stoppt den Garprozess abrupt und fixiert die leuchtend grüne Farbe. Den Bärlauch etwa 30 Sekunden im Eiswasser lassen.

5.

Den blanchierten Bärlauch aus dem Eiswasser nehmen und gründlich ausdrücken. Je mehr Wasser entfernt wird, desto länger hält sich das Pesto später. Ein sauberes Küchentuch eignet sich hervorragend zum Auspressen der Flüssigkeit.

6.

Die Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett bei mittlerer Hitze rösten, bis sie leicht goldbraun sind und duften. Ständig bewegen, damit sie nicht verbrennen. Anschließend auf einem Teller abkühlen lassen. Dieser Schritt intensiviert das nussige Aroma erheblich.

7.

Den ausgedrückten Bärlauch, die gerösteten Pinienkerne, die geschälte Knoblauchzehe, den geriebenen Parmesan und etwa die Hälfte des Olivenöls in einen Standmixer oder ein hohes Gefäß für den Stabmixer geben. Mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft würzen.

8.

Alles zu einer cremigen Paste mixen. Dabei das restliche Olivenöl langsam einlaufen lassen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Das Pesto sollte cremig, aber nicht zu flüssig sein. Zwischendurch abschmecken und bei Bedarf nachwürzen.

9.

Das fertige Pesto in saubere, sterilisierte Gläser füllen. Die Oberfläche glattstreichen und mit einer dünnen Schicht Olivenöl bedecken. Diese Ölschicht schützt vor Oxidation und verlängert die Haltbarkeit erheblich.

10.

Die Gläser fest verschließen und im Kühlschrank aufbewahren. Dort hält sich das Pesto bei richtiger Lagerung bis zu drei Wochen. Nach jeder Entnahme wieder mit einer Ölschicht bedecken.

Fabienne

Tipp vom Chefkoch

Der wichtigste Trick für die leuchtend grüne Farbe ist das Blanchieren im Salzwasser gefolgt vom sofortigen Abschrecken im Eiswasser. Wer kein Eiswasser zur Hand hat, kann den Bärlauch auch unter fließend kaltem Wasser abkühlen, allerdings ist der Effekt weniger intensiv. Ein weiterer Profi-Tipp: Das Pesto lässt sich hervorragend in Eiswürfelformen einfrieren und portionsweise verwenden. So hat man das ganze Jahr über frisches Bärlauch-Pesto zur Hand. Beim Einfrieren die Oberfläche ebenfalls mit Olivenöl bedecken. Wichtig ist außerdem, dass alle verwendeten Utensilien absolut sauber und trocken sind, um die Haltbarkeit zu maximieren. Wer es milder mag, kann die Knoblauchzehe auch weglassen oder halbieren.

Passende Weinbegleitung zum Bärlauch-Pesto

Zu Gerichten mit Bärlauch-Pesto empfiehlt sich ein frischer, leichter Weißwein mit ausgeprägter Säure. Ein Sauvignon Blanc aus der Loire oder ein Grüner Veltliner aus Österreich harmonieren perfekt mit dem würzigen Knoblaucharoma des Bärlauchs. Die grasigen Noten dieser Weine unterstreichen den frühlingshaften Charakter des Pestos. Alternativ passt auch ein Vermentino aus Italien oder ein trockener Riesling aus Deutschland ausgezeichnet. Wer Rotwein bevorzugt, sollte zu einem leichten, fruchtigen Pinot Noir greifen, der nicht zu tanninreich ist. Wichtig ist, dass der Wein gut gekühlt serviert wird, um die Frische des Gerichts zu betonen. Für alkoholfreie Alternativen eignet sich ein Kräuter-Limonade mit Zitrone oder ein spritziger Holunderblüten-Schorle, die beide die pflanzlichen Aromen des Bärlauchs ergänzen.

Zusätzliche Info

Bärlauch, auch wilder Knoblauch genannt, wächst in feuchten Laubwäldern und ist eines der ersten Wildkräuter des Frühlings. Die Saison erstreckt sich von März bis Mai, bevor die Pflanze zu blühen beginnt. Historisch gesehen wurde Bärlauch bereits von den Römern und Germanen als Heilpflanze geschätzt. Der Name leitet sich vermutlich davon ab, dass Bären nach dem Winterschlaf die Blätter fressen, um ihre Verdauung anzuregen. Kulinarisch erlebte Bärlauch in den letzten Jahrzehnten eine Renaissance in der gehobenen Gastronomie. Das Pesto ist eine moderne Interpretation, die sich an das klassische italienische Pesto alla Genovese anlehnt. Gesundheitlich bietet Bärlauch zahlreiche Vorteile: Er enthält viel Vitamin C, wirkt antibakteriell und soll den Cholesterinspiegel senken. Beim Sammeln in der Natur ist jedoch Vorsicht geboten, da Bärlauch leicht mit giftigen Maiglöckchen oder Herbstzeitlosen verwechselt werden kann. Ein sicheres Erkennungsmerkmal ist der intensive Knoblauchgeruch beim Zerreiben der Blätter.

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