Rosenkohl überbacken: So wird das Wintergemüse zum cremigen Soulfood-Auflauf

Rosenkohl überbacken: So wird das Wintergemüse zum cremigen Soulfood-Auflauf

Der winter bringt nicht nur kalte temperaturen, sondern auch herrliche gemüsesorten auf unsere teller. Rosenkohl, oft unterschätzt und bei kindern gefürchtet, verwandelt sich in diesem rezept in einen cremigen, goldbraun überbackenen auflauf, der selbst gemüsemuffel überzeugt. Die kleinen grünen röschen werden mit einer samtigen sauce umhüllt und mit knusprigem käse gekrönt – ein wahres soulfood, also ein gericht, das die seele wärmt, für graue wintertage.

Dieser auflauf vereint die leicht nussige note des rosenkohls mit der cremigkeit einer klassischen béchamelsauce und der würze von käse. Das ergebnis ist ein gericht, das sowohl als beilage zu fleisch als auch als vegetarisches hauptgericht brilliert. Die zubereitung ist einfacher als gedacht und das resultat wird ihre gäste begeistern.

25

40

mittel

€€

Zutaten

Personen +

Utensilien

Zubereitung

1. rosenkohl vorbereiten

Beginnen sie damit, den rosenkohl gründlich unter fließendem wasser zu waschen. Entfernen sie die äußeren welken blätter und schneiden sie den strunk an der unterseite kreuzweise ein. Das kreuzweise einschneiden, also das einritzen in form eines kreuzes, sorgt dafür, dass der strunk gleichmäßig gart und die röschen ihre form behalten. Bringen sie einen großen topf mit gesalzenem wasser zum kochen und geben sie den rosenkohl hinein. Lassen sie ihn etwa 8 bis 10 minuten vorkochen, bis er bissfest ist. Bissfest bedeutet, dass das gemüse noch einen leichten widerstand beim hineinbeißen bietet. Gießen sie den rosenkohl in einem sieb ab und schrecken sie ihn kurz mit kaltem wasser ab, um den garprozess zu stoppen.

2. béchamelsauce zubereiten

Während der rosenkohl abtropft, bereiten sie die cremige sauce vor. Schmelzen sie die butter in einem mittelgroßen topf bei mittlerer hitze. Geben sie das mehl hinzu und rühren sie mit einem schneebesen kräftig, bis sich eine glatte masse bildet. Diese mischung nennt man mehlschwitze oder roux, die basis vieler klassischer saucen. Lassen sie die mehlschwitze etwa 2 minuten unter ständigem rühren anschwitzen, ohne dass sie farbe annimmt. Gießen sie nun nach und nach die milch unter ständigem rühren hinzu. Es ist wichtig, die milch langsam einzuarbeiten, damit keine klümpchen entstehen. Lassen sie die sauce unter gelegentlichem rühren etwa 5 minuten köcheln, bis sie eindickt und eine sämige konsistenz erreicht.

3. sauce würzen und verfeinern

Fügen sie nun die sahne zur sauce hinzu und rühren sie gut um. Die sahne verleiht der sauce zusätzliche cremigkeit und einen vollmundigen geschmack. Würzen sie mit salz, frisch gemahlenem pfeffer und einer großzügigen prise frisch geriebener muskatnuss. Die muskatnuss harmoniert besonders gut mit kohlgemüse und verleiht der sauce eine subtile würze. Pressen sie die knoblauchzehe durch eine knoblauchpresse oder hacken sie sie sehr fein und geben sie sie ebenfalls zur sauce. Lassen sie alles noch etwa 2 minuten köcheln, damit sich die aromen gut verbinden können. Schmecken sie die sauce ab und passen sie die würzung nach ihrem geschmack an.

4. auflauf schichten

Heizen sie ihren backofen auf 200 grad celsius vor. Fetten sie eine mittelgroße auflaufform mit etwas butter ein oder verwenden sie backpapier. Verteilen sie den vorgekochten rosenkohl gleichmäßig in der form. Gießen sie die heiße béchamelsauce über den rosenkohl und achten sie darauf, dass alle röschen gut mit sauce bedeckt sind. Schütteln sie die form leicht, damit sich die sauce in alle zwischenräume verteilt. Die sauce sollte den rosenkohl fast vollständig bedecken, damit er beim backen nicht austrocknet.

5. käsekruste vorbereiten

Mischen sie in einer kleinen schüssel den geriebenen käse mit den semmelbröseln. Diese mischung bildet später die knusprige, goldbraune kruste. Sie können verschiedene käsesorten verwenden: gouda, emmentaler oder eine mischung aus beiden sorgen für einen milden geschmack, während parmesan eine würzigere note bringt. Streuen sie die käse-semmelbrösel-mischung gleichmäßig über den mit sauce bedeckten rosenkohl. Achten sie darauf, dass die gesamte oberfläche bedeckt ist, damit eine gleichmäßige kruste entsteht.

6. überbacken und servieren

Stellen sie die auflaufform in den vorgeheizten backofen auf der mittleren schiene. Lassen sie den auflauf etwa 25 bis 30 minuten backen, bis die oberfläche goldbraun und knusprig ist und die sauce am rand leicht blubbert. Wenn die kruste zu schnell bräunt, können sie die form mit alufolie abdecken. Nehmen sie den auflauf aus dem ofen und lassen sie ihn etwa 5 minuten ruhen, bevor sie ihn servieren. Das ruhen ermöglicht es der sauce, etwas zu setzen, sodass der auflauf beim servieren nicht auseinanderfällt. Servieren sie den rosenkohl-auflauf heiß, direkt aus der form oder portionieren sie ihn auf vorgewärmte teller.

Fabienne

Tipp vom Chefkoch

Für eine noch intensivere geschmacksnote können sie den rosenkohl vor dem überbacken kurz in butter anbraten. Dies karamellisiert die natürlichen zucker im gemüse und verleiht ihm eine nussige süße. Wenn sie den auflauf als hauptgericht servieren möchten, können sie gekochten schinken oder speckwürfel zwischen die rosenkohlröschen geben. Für eine vegetarische variante mit mehr biss fügen sie geröstete walnüsse oder haselnüsse zur käsemischung hinzu. Reste lassen sich hervorragend am nächsten tag aufwärmen und schmecken oft noch besser, da die aromen zeit hatten, sich zu entfalten.

die passende weinbegleitung

Zu diesem cremigen rosenkohl-auflauf empfiehlt sich ein trockener weißwein mit guter säure, der die cremigkeit der sauce ausbalanciert. Ein riesling aus deutschland, besonders aus der pfalz oder von der mosel, harmoniert wunderbar mit der leichten bitternote des rosenkohls. Seine fruchtige säure schneidet durch die reichhaltige sauce und erfrischt den gaumen. Alternativ passt auch ein grauburgunder mit seiner nussigen note hervorragend zu diesem wintergericht.

Wer rotwein bevorzugt, sollte zu einem leichten, nicht zu tanninreichen wein greifen. Ein spätburgunder aus baden oder ein leichter pinot noir aus dem elsass ergänzt die erdigen aromen des rosenkohls, ohne das gericht zu überwältigen. Für abstinente oder als alternative bietet sich ein apfelsaft-schorle oder ein alkoholfreier cidre an, dessen fruchtige säure ebenfalls gut zum auflauf passt.

Zusätzliche Info

Rosenkohl, auch brüsseler kohl genannt, stammt tatsächlich aus der gegend um brüssel in belgien, wo er bereits im 16. jahrhundert kultiviert wurde. Die kleinen kohlröschen wachsen an einem dicken stiel und sind botanisch gesehen knospen der pflanze. Lange zeit hatte rosenkohl den ruf, bitter und ungenießbar zu sein, was vor allem an älteren sorten lag, die tatsächlich mehr bitterstoffe enthielten.

Moderne züchtungen sind deutlich milder und süßer im geschmack, besonders wenn sie nach dem ersten frost geerntet werden. Die kälte wandelt einen teil der stärke in zucker um, was dem gemüse seine charakteristische süße verleiht. Rosenkohl ist ein echtes superfood: er enthält viel vitamin c, vitamin k, folsäure und ballaststoffe. Die enthaltenen senföle wirken entzündungshemmend und stärken das immunsystem – perfekt für die kalte jahreszeit.

In der deutschen küche wird rosenkohl traditionell als beilage zu wildgerichten oder weihnachtsbraten serviert. Überbacken als auflauf ist er jedoch eine modernere interpretation, die dem gemüse eine hauptrolle verleiht. Diese zubereitungsart macht rosenkohl auch für skeptiker attraktiv, da die cremige sauce und der käse eventuelle restbitterkeit ausgleichen und für eine angenehme textur sorgen.

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