Die Wildschönauer Brezensuppe ist eine herzhafte Spezialität aus dem Tiroler Hochtal Wildschönau, die traditionell mit altbackenen Brezeln zubereitet wird. Diese rustikale Suppe verkörpert die alpine Küchentradition, bei der nichts verschwendet wird und einfache Zutaten zu einem wärmenden Gericht transformiert werden. In den Berggasthöfen der Region wird sie seit Generationen als kräftigende Vorspeise serviert, besonders an kalten Wintertagen nach einer ausgiebigen Skitour oder Wanderung.
Die Besonderheit dieser Suppe liegt in der Verwendung von altbackenen Brezeln, also Brezeln, die bereits einige Tage alt und fest geworden sind. Diese werden in einer würzigen Rinderbrühe eingeweicht und mit Sahne verfeinert. Das Ergebnis ist eine sämige, aromatische Suppe mit einer einzigartigen Textur, die sowohl sättigt als auch den Gaumen verwöhnt. Die Kombination aus der leichten Laugennote der Brezeln und der herzhaften Brühe macht diese Suppe zu einem unvergesslichen kulinarischen Erlebnis.
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. Vorbereitung der Brezeln
Schneidet die altbackenen Brezeln in kleine Würfel von etwa zwei Zentimetern Kantenlänge. Falls die Brezeln noch nicht richtig hart sind, könnt ihr sie für zehn Minuten bei 150 Grad im Backofen trocknen lassen. Die Brezeln sollten fest sein, damit sie sich später in der Brühe nicht zu schnell auflösen und die richtige Konsistenz behalten.
2. Zwiebel und Knoblauch anschwitzen
Schält die Zwiebel und den Knoblauch und schneidet beides in feine Würfel. Erhitzt die Butter in einem großen Suppentopf bei mittlerer Hitze. Gebt die Zwiebelwürfel hinzu und lasst sie unter gelegentlichem Rühren etwa fünf Minuten glasig werden. Der Knoblauch kommt erst in den letzten zwei Minuten dazu, damit er nicht verbrennt und bitter wird. Das Anschwitzen bedeutet, dass die Zutaten in Fett erhitzt werden, ohne Farbe anzunehmen, wodurch sich ihre Aromen sanft entfalten.
3. Brühe und Gewürze hinzufügen
Gießt nun die Rinderbrühe in den Topf zu den Zwiebeln und dem Knoblauch. Bringt die Flüssigkeit zum Kochen und reduziert dann die Hitze, sodass die Brühe nur noch sanft siedet. Fügt den getrockneten Majoran und den gemahlenen Kümmel hinzu. Diese typisch alpinen Gewürze verleihen der Suppe ihren charakteristischen Geschmack. Lasst die Brühe etwa fünf Minuten köcheln, damit sich die Aromen gut verbinden können.
4. Brezeln einweichen
Gebt die Brezelwürfel in die heiße Brühe und rührt vorsichtig um. Lasst die Brezeln nun etwa zehn bis fünfzehn Minuten in der Brühe ziehen. Sie sollten weich werden und beginnen, sich leicht aufzulösen. Rührt gelegentlich um, damit nichts am Boden ansetzt. Die Brezeln geben ihre typische Laugennote an die Brühe ab und sorgen für die charakteristische Sämigkeit der Suppe.
5. Pürieren und verfeinern
Wenn die Brezeln schön weich sind, nehmt den Topf vom Herd. Verwendet nun einen Stabmixer und püriert etwa die Hälfte bis zwei Drittel der Suppe, je nachdem, wie sämig ihr sie mögt. Es sollten noch einige Brezelstücke erkennbar bleiben, um Textur zu bewahren. Gießt anschließend die Schlagsahne ein und rührt sie gut unter. Schmeckt die Suppe mit Salz, frisch gemahlenem Pfeffer und einer Prise frisch geriebener Muskatnuss ab.
6. Abschmecken und servieren
Erhitzt die Suppe noch einmal kurz, aber lasst sie nicht mehr kochen, damit die Sahne nicht ausflockt. Wascht den Schnittlauch, tupft ihn trocken und schneidet ihn in feine Röllchen. Verteilt die heiße Suppe auf vorgewärmte Suppenteller oder traditionelle Suppenschalen. Streut reichlich Schnittlauchröllchen darüber. Wer mag, kann noch einen Klecks Sahne in die Mitte geben und mit einem Zahnstocher ein hübsches Muster ziehen.
Tipp vom Chefkoch
Wenn ihr keine altbackenen Brezeln habt, könnt ihr frische Brezeln verwenden und sie einen Tag offen liegen lassen oder im Backofen bei niedriger Temperatur trocknen. Die Suppe schmeckt am nächsten Tag oft noch besser, da die Aromen Zeit hatten, sich zu entfalten. Ihr könnt sie problemlos vorbereiten und vor dem Servieren wieder aufwärmen. Für eine noch herzhaftere Variante könnt ihr knusprig gebratene Speckwürfel als Einlage verwenden. Achtet darauf, die Suppe nicht zu stark zu pürieren, denn die rustikale Textur mit erkennbaren Brezelstücken macht den besonderen Charme dieser traditionellen Suppe aus.
Passende Getränke zur Wildschönauer Brezensuppe
Zu dieser herzhaften Tiroler Spezialität passt hervorragend ein trockener Weißwein wie ein Grüner Veltliner aus Österreich oder ein Silvaner aus Franken. Die frische Säure dieser Weine harmoniert wunderbar mit der cremigen Textur der Suppe.
Wer lieber Bier trinkt, sollte zu einem hellen Märzen oder einem Zwickelbier greifen, also einem naturtrüben, ungefiltertem Bier. Diese Biersorten ergänzen die Laugennote der Brezeln perfekt und unterstreichen den alpinen Charakter des Gerichts. Ein kühles Glas frisches Quellwasser ist ebenfalls eine authentische Begleitung, wie sie in den Berghütten der Wildschönau traditionell gereicht wird.
Zusätzliche Info
Die Wildschönau ist ein idyllisches Hochtal in den Kitzbüheler Alpen in Tirol, Österreich, das auf etwa 1000 Metern Höhe liegt. Die Region ist bekannt für ihre authentische Tiroler Küche, die stark von der Notwendigkeit geprägt war, auch in langen Wintern mit einfachen, haltbaren Zutaten schmackhafte Gerichte zu zaubern.
Die Brezensuppe ist ein perfektes Beispiel für die Resteverwertung, also die kreative Nutzung übrig gebliebener Lebensmittel, die in der alpinen Küche traditionell eine große Rolle spielt. Altbackene Brezeln, die sonst womöglich entsorgt worden wären, werden zu einer köstlichen, nahrhaften Mahlzeit transformiert. In vielen Tiroler Gasthöfen wird diese Suppe bis heute nach Originalrezepten zubereitet, die seit Generationen weitergegeben werden.
Besonders beliebt ist die Suppe während der Faschingszeit und an kalten Wintertagen. Sie wurde früher oft nach der Feldarbeit oder nach einem langen Tag auf der Alm serviert, da sie schnell Energie liefert und wärmt. Die Kombination aus Kohlenhydraten durch die Brezeln, Fett durch die Sahne und Butter sowie würziger Brühe macht sie zu einem perfekt ausgewogenen Gericht für Menschen, die körperlich arbeiten.



