Tim Mälzer verrät seinen Trick für die perfekte Sauce Hollandaise zu Spargel

Tim Mälzer verrät seinen Trick für die perfekte Sauce Hollandaise zu Spargel

Tim Mälzer, der beliebte Hamburger Koch und Fernsehstar, hat im Laufe seiner Karriere zahlreiche kulinarische Geheimnisse gelüftet. Sein Trick für die perfekte sauce hollandaise zum Spargel gehört zu den meistgesuchten Rezepten der deutschen Frühlingsküche. Die klassische hollandaise, eine der fünf Grundsaucen der französischen Küche, gilt als anspruchsvoll und fehleranfällig. Doch Mälzer zeigt, wie man mit der richtigen Technik und etwas Geduld eine samtige, butterige Sauce zaubert, die den zarten Spargelgeschmack perfekt unterstreicht. Seine Methode basiert auf präziser Temperaturkontrolle und dem richtigen Timing. Die Kombination aus frischem weißen Spargel und dieser goldgelben Sauce ist ein Klassiker, der auf keiner Frühlingstafel fehlen darf. Mit Mälzers Anleitung gelingt die sauce hollandaise auch Hobbyköchen problemlos.

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Zutaten

Personen +

Utensilien

Zubereitung

1. Butter vorbereiten

Schneide die Butter in kleine Würfel von etwa einem Zentimeter Größe. Das ist wichtig, damit sie später gleichmäßig schmilzt und sich gut mit den Eigelben verbindet. Lasse die Butterwürfel bei Raumtemperatur stehen, damit sie nicht eiskalt sind. Eine zu kalte Butter würde die Emulsion die Verbindung von Fett und Flüssigkeit zu einer homogenen Masse erschweren. Tim Mälzers Trick besteht darin, die Butter nicht komplett zu schmelzen, sondern sie stückchenweise einzuarbeiten.

2. Wasserbad aufsetzen

Fülle einen mittelgroßen Topf zu etwa einem Drittel mit Wasser und bringe es zum Simmern leichtes Köcheln bei etwa 80 Grad Celsius, bei dem kleine Bläschen aufsteigen. Das Wasser sollte nicht kochen, sondern nur leicht blubbern. Stelle eine hitzebeständige Schüssel auf den Topf, wobei der Boden der Schüssel das Wasser nicht berühren darf. Dies ist das klassische Wasserbad, das für eine sanfte, gleichmäßige Hitze sorgt und verhindert, dass die Eigelbe zu schnell gerinnen.

3. Eigelb-Reduktion herstellen

Gib die Eigelbe zusammen mit dem Weißweinessig und drei Esslöffeln kaltem Wasser in die Schüssel über dem Wasserbad. Beginne sofort kräftig mit dem Schneebesen zu schlagen. Die Zugabe von Wasser ist Mälzers Geheimtipp: Es verdünnt die Eigelbe leicht und macht die Emulsion stabiler. Schlage die Mischung etwa drei bis vier Minuten lang kontinuierlich, bis sie deutlich heller wird und eine cremige, schaumige Konsistenz annimmt. Die Masse sollte sich etwa verdoppeln und beim Anheben des Schneebesens in dicken Bändern zurückfallen.

4. Temperatur kontrollieren

Hier kommt Tim Mälzers wichtigster Trick: Achte penibel auf die Temperatur. Die Eigelb-Mischung sollte niemals heißer als 65 Grad Celsius werden, ideal sind 60 bis 63 Grad. Bei höheren Temperaturen gerinnt das Eigelb und die Sauce wird klumpig. Wenn du kein Thermometer hast, orientiere dich daran, dass die Schüssel zwar warm, aber nicht zu heiß zum Anfassen sein sollte. Nimm die Schüssel bei Bedarf kurz vom Wasserbad, um die Temperatur zu regulieren. Das ständige Schlagen während dieses Prozesses ist entscheidend.

5. Butter einarbeiten

Jetzt kommt der kritische Moment: Nimm die Schüssel vom Wasserbad und beginne, die Butterwürfel nach und nach einzuarbeiten. Gib zunächst nur ein oder zwei Stückchen hinzu und schlage sie vollständig ein, bevor du die nächsten hinzufügst. Mälzer betont, dass Geduld hier der Schlüssel zum Erfolg ist. Die Butter sollte langsam schmelzen und sich mit der Eigelb-Masse verbinden. Wenn die Sauce zu dick wird, kannst du einen Teelöffel lauwarmes Wasser hinzufügen. Arbeite so alle Butterstücke ein, bis eine glatte, glänzende Sauce entstanden ist.

6. Würzen und abschmecken

Schmecke die sauce hollandaise mit Zitronensaft, Salz, weißem Pfeffer und einer winzigen Prise Cayennepfeffer ab. Der Cayennepfeffer gibt eine subtile Schärfe, die den Buttergeschmack perfekt ausbalanciert, ohne dominant zu sein. Die Sauce sollte eine angenehme Säure vom Zitronensaft haben, die die Reichhaltigkeit der Butter ausgleicht. Rühre die Gewürze vorsichtig unter. Die fertige Sauce sollte eine samtige, cremige Konsistenz haben und leicht vom Löffel fließen.

7. Warmhalten der Sauce

Die sauce hollandaise sollte warm, aber nicht heiß serviert werden. Tim Mälzers Tipp zum Warmhalten: Stelle die Schüssel mit der fertigen Sauce zurück über das warme, aber nicht mehr kochende Wasserbad. Rühre gelegentlich um, damit sich keine Haut bildet. Die Sauce kann so etwa 20 bis 30 Minuten warmgehalten werden. Alternativ kannst du sie in eine vorgewärmte Thermoskanne füllen. Wichtig ist, dass die Temperatur nie über 65 Grad steigt, sonst trennt sich die Emulsion und die Sauce wird flüssig.

Fabienne

Tipp vom Chefkoch

Tim Mälzers Geheimtipp für eine gerettete sauce hollandaise: Sollte die Sauce trotz aller Vorsicht gerinnen oder sich trennen, gibt es eine Rettungsmethode. Gib ein frisches Eigelb in eine saubere Schüssel und schlage es leicht auf. Füge dann die geronnene Sauce löffelweise unter ständigem Rühren hinzu. Die neue Emulsion nimmt die getrennte Sauce wieder auf und verbindet sich zu einer glatten Konsistenz. Ein weiterer Profi-Tipp: Bereite immer etwas mehr Sauce zu als nötig, denn sie lässt sich nicht gut aufwärmen. Reste kannst du jedoch für eine sauce béarnaise verwenden, indem du frische Kräuter wie Estragon und Schalotten hinzufügst.

Der perfekte Wein zur sauce hollandaise mit Spargel

Zu weißem Spargel mit sauce hollandaise empfiehlt sich ein trockener bis halbtrockener Weißwein mit guter Säurestruktur. Ein Riesling aus der Pfalz oder vom Rheingau harmoniert hervorragend mit der buttrigen Sauce und dem feinen Spargelgeschmack. Die fruchtigen Noten und die lebendige Säure des Rieslings schneiden durch die Reichhaltigkeit der hollandaise und erfrischen den Gaumen. Alternativ passt ein Silvaner aus Franken mit seiner milden Art und den erdigen Untertönen perfekt zum Spargel. Für besondere Anlässe kann auch ein Chardonnay aus dem Burgund gewählt werden, dessen cremige Textur die Sauce ergänzt. Die Weintemperatur sollte bei 8 bis 10 Grad Celsius liegen.

Zusätzliche Info

Die sauce hollandaise stammt ursprünglich aus Frankreich und gehört zu den fünf Grundsaucen der klassischen französischen Küche, den sogenannten Mutter-Saucen. Trotz ihres Namens hat sie nichts mit Holland zu tun. Der Name entstand vermutlich, weil französische Hugenotten, die in die Niederlande flohen, das Rezept mitbrachten, oder weil die Butter für die Sauce früher oft aus Holland importiert wurde. Die Sauce wurde im 18. Jahrhundert populär und ist eine warme Emulsion aus Eigelb und Butter. In Deutschland ist die Kombination von Spargel mit sauce hollandaise besonders in der Spargelzeit von April bis Juni ein kulinarisches Highlight. Tim Mälzer hat die klassische Zubereitungsmethode durch seine Fernsehsendungen einem breiten Publikum zugänglich gemacht und entmystifiziert. Seine pragmatische Herangehensweise zeigt, dass auch anspruchsvolle Saucen mit der richtigen Technik für jeden machbar sind.

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