Der puddingkuchen mit streuseln gehört zu den beliebtesten deutschen Kuchenklassikern und vereint gleich drei unwiderstehliche Komponenten: einen luftigen Hefeteig als Basis, eine cremige Puddingfüllung in der Mitte und knusprige Butterstreusel als krönenden Abschluss. Dieses traditionelle Gebäck stammt ursprünglich aus der deutschen Konditoreitradition und wird heute in zahlreichen Varianten gebacken. Die Herausforderung besteht darin, alle drei Schichten perfekt aufeinander abzustimmen, sodass der Teig nicht durchweicht, der Pudding schön fest wird und die Streusel ihre knusprige Textur behalten. Mit dieser detaillierten Anleitung gelingt auch Hobbybäckern ein Ergebnis, das tatsächlich professionellem Niveau entspricht. Der besondere Clou liegt in der richtigen Reihenfolge der Arbeitsschritte und einigen Tricks, die normalerweise nur Konditoren kennen. Dieser Kuchen eignet sich hervorragend für Kaffeekränzchen, Familienfeiern oder einfach als süße Belohnung am Wochenende.
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. hefeteig vorbereiten
Erwärme die milch in einem topf auf etwa 37 grad celsius, sie sollte lauwarm sein. Lauwarm bedeutet, dass die flüssigkeit angenehm warm, aber nicht heiß sein sollte, wenn du deinen finger hineinhältst. Gib die trockenhefe mit einem teelöffel zucker in die warme milch und lasse sie etwa 10 minuten ruhen, bis sich schaum bildet. In einer großen schüssel vermischst du das mehl mit dem restlichen zucker und einer prise salz. Füge die hefeflüssigkeit, das ei und die weiche butter hinzu. Knete alles mit den knethaken der küchenmaschine etwa 8 minuten lang zu einem glatten, elastischen teig. Der teig sollte sich vom schüsselrand lösen und leicht glänzen. Decke die schüssel mit einem sauberen küchentuch ab und stelle sie an einen warmen ort ohne zugluft. Lasse den teig etwa 60 minuten gehen, bis er sein volumen verdoppelt hat.
2. puddingfüllung zubereiten
Während der teig ruht, bereitest du den pudding vor. Nimm 6 esslöffel der 500 milliliter milch ab und verrühre sie in einer kleinen schüssel mit dem puddingpulver, bis keine klümpchen mehr vorhanden sind. Erhitze die restliche milch zusammen mit dem zucker in einem topf bei mittlerer hitze. Sobald die milch zu kochen beginnt, rühre das angerührte puddingpulver mit einem schneebesen ein. Lasse die masse unter ständigem rühren etwa 2 minuten köcheln, bis sie deutlich eindickt. Ständiges rühren verhindert, dass der pudding am topfboden anbrennt und klumpen bildet. Nimm den topf vom herd und lasse den pudding vollständig abkühlen. Rühre ihn zwischendurch mehrmals um, damit sich keine haut bildet. Du kannst auch frischhaltefolie direkt auf die oberfläche legen.
3. butterstreusel herstellen
Für die streusel gibst du das mehl, den zucker und den vanillezucker in eine schüssel. Schneide die kalte butter in kleine würfel und verteile sie über der mehlmischung. Verreibe nun alle zutaten mit den fingerspitzen zu groben streuseln. Die butter sollte kalt sein, damit schöne grobe krümel entstehen. Arbeite zügig, damit die butter nicht zu warm wird und die masse nicht zu einer einheitlichen paste wird. Die fertigen streusel sollten unterschiedlich groß sein, von haselnussgröße bis zu kleineren krümeln. Stelle die streusel bis zur verwendung in den kühlschrank.
4. kuchen zusammensetzen
Fette die springform gründlich ein und lege den boden mit backpapier aus. Wenn der hefeteig aufgegangen ist, drücke ihn mit der faust zusammen, um die luft herauszulassen. Rolle den teig auf einer leicht bemehlten arbeitsfläche zu einem kreis aus, der etwas größer als der formboden ist. Lege den teig in die form und drücke ihn gleichmäßig am boden fest. Ziehe einen etwa 3 zentimeter hohen rand hoch, indem du den teig an den seiten der form andrückst. Dieser rand ist wichtig, damit die puddingfüllung nicht ausläuft. Steche den boden mehrmals mit einer gabel ein, damit sich keine luftblasen bilden.
5. füllung verteilen und backen
Heize den backofen auf 180 grad celsius ober- und unterhitze vor. Verteile den abgekühlten pudding gleichmäßig auf dem hefeteigboden und streiche ihn glatt. Achte darauf, dass etwa 1 zentimeter rand frei bleibt. Streue nun die gekühlten butterstreusel großzügig über die gesamte puddingoberfläche. Bedecke die füllung komplett, sodass kein pudding mehr durchscheint. Schiebe die form auf die mittlere schiene des vorgeheizten ofens. Backe den kuchen etwa 40 minuten, bis die streusel goldbraun sind und der teigrand schön gebräunt aussieht. Wenn die streusel zu dunkel werden, decke den kuchen in den letzten 10 minuten mit alufolie ab.
6. abkühlen und servieren
Nimm den kuchen aus dem ofen und lasse ihn in der form etwa 15 minuten abkühlen. Löse dann vorsichtig den springformrand. Der kuchen sollte vollständig auskühlen, bevor du ihn anschneidest, damit der pudding seine feste konsistenz behält und nicht ausläuft. Schneide den kuchen mit einem scharfen messer in gleichmäßige stücke. Wische das messer nach jedem schnitt mit einem feuchten tuch ab, damit die schnitte sauber werden und die streusel nicht zerdrückt werden.
Tipp vom Chefkoch
Ein professioneller trick ist es, dem hefeteig einen esslöffel rum oder amaretto beizufügen, was ihm eine besondere aromatiefe verleiht. Wenn der pudding zu flüssig geraten ist, kannst du einen esslöffel speisestärke unterrühren, bevor du ihn auf den teig gibst. Für noch knusprigere streusel füge 50 gramm gemahlene mandeln oder gehackte haselnüsse zur streuselmischung hinzu. Wenn du den kuchen einen tag im voraus backst, schmeckt er sogar noch besser, da die aromen Zeit haben zu verschmelzen. Bewahre ihn abgedeckt im kühlschrank auf und hole ihn etwa 30 minuten vor dem servieren heraus, damit er zimmertemperatur annimmt.
passende getränke zum puddingkuchen
Zu diesem klassischen deutschen kuchen passt am besten ein frisch gebrühter filterkaffee oder ein milder cappuccino. Die bitteren noten des kaffees harmonieren wunderbar mit der süße der streusel und der cremigkeit des puddings. Alternativ ist auch ein schwarzer tee wie earl grey oder ein milder ceylon-tee eine ausgezeichnete wahl. Für kinder oder kaffee-vermeider empfiehlt sich ein glas kalte milch oder ein kakao, der die süßen komponenten des kuchens unterstreicht. An warmen sommertagen schmeckt dazu auch ein gekühlter eistee mit zitrone hervorragend. Wer es festlicher mag, kann auch einen süßen dessertwein wie einen deutschen riesling auslese oder einen moscato d’asti reichen.
Zusätzliche Info
Der puddingkuchen mit streuseln ist tief in der deutschen backtradition verwurzelt und wurde bereits im 19. jahrhundert in konditorei-lehrbüchern erwähnt. Besonders in norddeutschland und westfalen gehört dieser kuchen zu den unverzichtbaren klassikern jeder kaffeetafel. Die kombination aus hefeteig, puddingfüllung und streuseln entstand aus der praktischen überlegung, reste zu verwerten und verschiedene texturen in einem gebäck zu vereinen. Traditionell wurde der kuchen auf blechen gebacken und in rechteckige stücke geschnitten, was ihm auch den namen blechkuchen einbrachte. In verschiedenen regionen deutschlands gibt es abwandlungen: manche verwenden quark statt pudding, andere fügen früchte wie kirschen oder pflaumen hinzu. Die streusel, auf deutsch auch krümel oder krümelkuchen genannt, sind ein charakteristisches merkmal norddeutscher backkunst. Dieser kuchen verkörpert die deutsche gemütlichkeit und ist aus keinem traditionellen café wegzudenken.



