Die Nuss-Schnecken gehören zu den beliebtesten Backwaren in deutschen Bäckereien. Ihr unwiderstehlicher Duft nach Zimt und Nüssen zieht jeden Morgen unzählige Kunden an. Doch wie gelingt es den Profis, einen so luftigen und weichen Teig herzustellen? Das Geheimnis liegt in einer besonderen Technik: der Tangzhong-Methode, einem asiatischen Verfahren, bei dem ein Teil des Mehls mit Flüssigkeit vorgekocht wird. Diese einfache Methode sorgt dafür, dass der Teig mehr Feuchtigkeit speichert und die Schnecken mehrere Tage lang frisch und saftig bleiben. Mit dieser professionellen Technik gelingen auch zu Hause Nuss-Schnecken wie vom Bäcker, die jeden begeistern werden.
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. Den Tangzhong vorbereiten
Für den extra fluffigen Teig beginnt ihr mit dem Tangzhong, einem vorgekochten Mehlbrei. Gebt 40 g Mehl und 100 ml Milch in einen kleinen Topf. Rührt die Mischung bei mittlerer Hitze ständig mit einem Schneebesen, bis sie eindickt und eine puddingartige Konsistenz erreicht. Das dauert etwa 2 bis 3 Minuten. Sobald der Brei Blasen wirft und sich vom Topfboden löst, nehmt ihr ihn vom Herd. Lasst den Tangzhong auf Raumtemperatur abkühlen. Dieser Schritt ist entscheidend für die besondere Saftigkeit eurer Nuss-Schnecken.
2. Den Hefeteig ansetzen
Erwärmt die restlichen 100 ml Milch leicht, sie sollte lauwarm sein. Gebt das restliche Mehl (360 g) in die Schüssel eurer Küchenmaschine. Fügt die Trockenhefe, den Zucker, das Salz, die weiche Butter und den abgekühlten Tangzhong hinzu. Gießt die lauwarme Milch dazu und lasst die Maschine mit dem Knethaken etwa 8 bis 10 Minuten kneten. Der Teig sollte sich vom Schüsselrand lösen und geschmeidig werden. Falls er zu klebrig ist, gebt löffelweise etwas Mehl hinzu. Deckt die Schüssel mit einem feuchten Tuch ab und lasst den Teig an einem warmen Ort etwa 60 Minuten gehen, bis er sich verdoppelt hat.
3. Die Nussfüllung zubereiten
Während der Teig ruht, bereitet ihr die aromatische Füllung vor. Schmelzt die 80 g Butter für die Füllung in einem Topf oder in der Mikrowelle. In einer Schüssel vermischt ihr die gemahlenen Haselnüsse, die gemahlenen Walnüsse, den braunen Zucker und den Zimt gründlich. Diese Mischung ergibt die klassische Nussfüllung, die jede Schnecke so unwiderstehlich macht. Stellt alles bereit, damit ihr später zügig arbeiten könnt.
4. Den Teig ausrollen und füllen
Nachdem der Teig aufgegangen ist, drückt ihr ihn leicht zusammen, um die Luft herauszulassen. Bestäubt eure Arbeitsfläche mit etwas Mehl und rollt den Teig zu einem Rechteck von etwa 40 x 30 cm aus. Bestreicht die gesamte Oberfläche großzügig mit der geschmolzenen Butter. Verteilt dann die Nuss-Zimt-Mischung gleichmäßig darauf und drückt sie leicht an, damit sie gut haftet. Rollt den Teig von der langen Seite her fest auf, sodass eine gleichmäßige Rolle entsteht.
5. Die Schnecken formen
Mit einem scharfen Messer schneidet ihr die Teigrolle in etwa 12 gleichmäßige Scheiben, jede etwa 3 cm breit. Legt die Schnecken mit etwas Abstand auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech. Deckt sie erneut mit einem Tuch ab und lasst sie weitere 30 Minuten gehen. In dieser Zeit werden sie nochmals größer und luftiger. Dieser zweite Gehvorgang ist wichtig für die perfekte Textur.
6. Backen der Nuss-Schnecken
Heizt den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vor. Backt die Nuss-Schnecken etwa 18 bis 20 Minuten, bis sie goldbraun sind. Achtet darauf, dass sie nicht zu dunkel werden. Die Schnecken sollten beim Klopfen auf die Unterseite hohl klingen. Nehmt sie aus dem Ofen und lasst sie auf einem Kuchengitter abkühlen.
7. Die Glasur auftragen
Für die klassische weiße Glasur verrührt ihr den Puderzucker mit 2 Esslöffeln Wasser zu einer dickflüssigen Masse. Bestreicht die noch leicht warmen Nuss-Schnecken mit einem Backpinsel oder träufelt die Glasur mit einem Löffel darüber. Die Glasur sollte leicht verlaufen, aber nicht komplett herunterlaufen. Lasst die Glasur trocknen, bevor ihr die Schnecken serviert oder verpackt.
Tipp vom Chefkoch
Der Tangzhong ist das Geheimnis für besonders weiche und lange frische Backwaren. Durch das Vorkochen von Mehl und Flüssigkeit entsteht eine gelartige Masse, die mehr Feuchtigkeit im Teig bindet. Eure Nuss-Schnecken bleiben dadurch bis zu 5 Tage saftig und weich. Achtet darauf, den Tangzhong wirklich vollständig abkühlen zu lassen, bevor ihr ihn zum Teig gebt, sonst könnte die Hefe absterben. Wenn ihr die Schnecken noch aromatischer haben möchtet, fügt der Nussmischung eine Prise Vanille oder etwas abgeriebene Orangenschale hinzu. Zum Aufbewahren wickelt die abgekühlten Schnecken in Frischhaltefolie oder bewahrt sie in einer luftdichten Dose auf.
Die perfekte Begleitung zu Nuss-Schnecken
Zu diesen herrlich zimtigen Nuss-Schnecken passt am besten ein frisch gebrühter Filterkaffee oder ein Cappuccino. Die leichte Bitterkeit des Kaffees harmoniert wunderbar mit der Süße der Glasur und den nussigen Aromen. Für Teeliebhaber empfiehlt sich ein schwarzer Tee wie Assam oder Ceylon, der ebenfalls die würzigen Noten unterstreicht. Kinder freuen sich über einen heißen Kakao oder ein Glas Milch, die perfekt zur gemütlichen Kaffeepause passen.
Zusätzliche Info
Die Nuss-Schnecke, auch Nussschnecke oder Nusszopf genannt, gehört zu den traditionellen deutschen Hefegebäcken und hat ihre Wurzeln in der mitteleuropäischen Backkultur. Besonders in Deutschland und Österreich sind diese spiralförmigen Leckereien seit Generationen beliebt. Ursprünglich wurden sie vor allem sonntags frisch gebacken und zum Kaffee serviert. Die charakteristische Schneckenform entsteht durch das Aufrollen des gefüllten Teigs, wodurch die appetitlichen Spiralen sichtbar werden. In Bäckereien werden Nuss-Schnecken oft mit verschiedenen Nusssorten wie Haselnüssen, Walnüssen oder Mandeln zubereitet. Die Tangzhong-Methode, die hier verwendet wird, stammt ursprünglich aus Asien und wurde in den letzten Jahren auch in Europa populär, da sie Hefegebäck besonders saftig und haltbar macht. Professionelle Bäcker schwören auf diese Technik für ihre Brioche, Milchbrötchen und eben auch für Nuss-Schnecken.



