In der japanischen Küche gibt es einen faszinierenden Trick, der Pancakes – flache Eierkuchen – ohne Backpulver zu wahren Wolken aus Fluffigkeit verwandelt. Die Methode basiert auf einer besonderen Technik der Eiweißverarbeitung und sorgt für eine Textur, die an Soufflé erinnert. Diese japanischen fluffy pancakes erobern seit einigen Jahren die sozialen Medien und begeistern durch ihre beeindruckende Höhe und samtweiche Konsistenz. Das Geheimnis liegt in der Herstellung eines stabilen Eischnees und dessen behutsamer Integration in den Teig. Wer diese Technik einmal beherrscht, wird nie wieder zu herkömmlichen Pfannkuchen zurückkehren wollen. Die Zubereitung erfordert zwar etwas Geduld und Fingerspitzengefühl, doch das Ergebnis rechtfertigt jeden Aufwand. Mit dieser Anleitung gelingt der perfekte japanische Pfannkuchen garantiert.
20
15
moyen
€
Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. Eier trennen und vorbereiten
Trennt zunächst die vier Eier sehr sorgfältig in Eigelb und Eiweiß. Achtet dabei peinlich genau darauf, dass absolut kein Eigelb ins Eiweiß gelangt, denn selbst kleinste Fettreste verhindern das Aufschlagen. Gebt die Eigelbe in eine größere Schüssel und stellt das Eiweiß kühl. Die Eiweiße sollten kalt sein, da sie sich dann besser aufschlagen lassen. Dies ist die wichtigste Grundlage für die spätere Fluffigkeit.
2. Eigelbmasse zubereiten
Gebt zur Eigelbmasse die Milch, das Pflanzenöl, den Vanilleextrakt und eine Prise Salz hinzu. Verrührt alles mit einem Schneebesen, bis eine homogene Emulsion – eine gleichmäßige Verbindung von Flüssigkeiten – entstanden ist. Siebt nun das Mehl darüber und rührt es vorsichtig unter, bis keine Klümpchen mehr sichtbar sind. Der Teig sollte glatt und geschmeidig sein. Stellt diese Mischung beiseite.
3. Eischnee herstellen
Holt nun das kalte Eiweiß hervor und beginnt, es mit dem Handmixer auf mittlerer Stufe aufzuschlagen. Nach etwa einer Minute, wenn das Eiweiß schaumig wird, gebt den Zucker in drei Portionen hinzu. Schlagt nach jeder Zugabe etwa 30 Sekunden weiter. Erhöht dann die Geschwindigkeit und schlagt den Eischnee, bis er steif ist. Er sollte glänzen und feste Spitzen bilden, die nicht mehr umfallen. Dies dauert etwa 3 bis 4 Minuten. Ein perfekter Eischnee ist das Herzstück dieser Technik.
4. Eischnee unterheben
Gebt zunächst etwa ein Drittel des Eischnees zur Eigelbmasse und rührt ihn mit dem Schneebesen locker unter. Dies lockert die Masse auf und erleichtert das weitere Unterheben. Gebt dann den restlichen Eischnee hinzu und hebt ihn mit einem Spatel sehr vorsichtig unter. Verwendet dabei eine Bewegung von unten nach oben, als würdet ihr den Teig umklappen. Dreht dabei die Schüssel langsam. Rührt nicht zu stark, sonst fällt der Eischnee zusammen. Kleine Eischneebläschen dürfen noch sichtbar bleiben.
5. Pfanne vorbereiten
Erhitzt eine beschichtete Pfanne bei sehr niedriger Hitze und gebt etwas Butter hinein. Die Temperatur ist entscheidend: zu heiß, und die Pfannkuchen verbrennen außen, während sie innen roh bleiben. Fettet optional Metallringe oder hohe Ausstechformen ein und stellt sie in die Pfanne. Diese helfen, die typische hohe Form zu erhalten und verhindern, dass der Teig auseinanderläuft.
6. Pfannkuchen backen
Füllt den Teig vorsichtig in die Ringe, etwa 2 bis 3 Zentimeter hoch. Wenn ihr keine Ringe habt, häufelt den Teig mit einem Löffel zu hohen Portionen. Gebt sofort einen Esslöffel Wasser in die Pfanne neben die Pfannkuchen und deckt die Pfanne mit einem Deckel ab. Der entstehende Dampf gart die Pfannkuchen gleichmäßig. Lasst sie etwa 5 bis 7 Minuten bei sehr niedriger Hitze garen, bis die Unterseite goldbraun ist.
7. Wenden und fertig garen
Wendet die Pfannkuchen nun sehr vorsichtig mit einem breiten Spatel. Sie sind noch sehr empfindlich. Deckt die Pfanne wieder ab und lasst sie weitere 4 bis 5 Minuten auf der anderen Seite garen. Die Pfannkuchen sollten durchgegart sein, aber nicht zu dunkel werden. Prüft dies, indem ihr leicht auf die Oberfläche drückt: sie sollte zurückfedern. Nehmt die Pfannkuchen aus der Pfanne und entfernt vorsichtig die Ringe, falls verwendet.
Tipp vom Chefkoch
Der wichtigste Tipp für perfekte fluffy pancakes ist die Temperatur: arbeitet mit sehr niedriger Hitze und habt Geduld. Hohe Temperaturen lassen die Außenseite verbrennen, bevor das Innere gar ist. Ein weiterer Profi-Trick besteht darin, die Pfanne zwischen den Durchgängen kurz vom Herd zu nehmen, damit sie nicht zu heiß wird. Wenn ihr keine Metallringe habt, könnt ihr auch die Böden von Konservendosen verwenden, bei denen ihr beide Seiten entfernt habt. Achtet darauf, dass alle Utensilien fettfrei sind, bevor ihr den Eischnee schlagt, denn Fett ist der größte Feind von stabilem Eischnee. Für besonders stabile Ergebnisse könnt ihr eine winzige Prise Weinstein zum Eiweiß geben.
Getränkeempfehlung zu japanischen fluffy pancakes
Zu diesen luftigen Pfannkuchen passt hervorragend ein japanischer Grüntee, besonders eine milde Sencha-Sorte oder ein gerösteter Hojicha. Die leichte Bitterkeit des Tees bildet einen schönen Kontrast zur Süße der Pfannkuchen. Alternativ harmoniert auch ein Matcha-Latte – ein Getränk aus pulverisiertem Grüntee und aufgeschäumter Milch – wunderbar mit diesem Dessert. Für Kaffeeliebhaber empfiehlt sich ein milder, nicht zu starker Filterkaffee oder ein Café au Lait. Kinder freuen sich über eine heiße Schokolade oder einen Kakao mit Sahne.
Zusätzliche Info
Die japanischen fluffy pancakes, auch soufflé pancakes genannt, entstanden in den 2010er Jahren in japanischen Cafés und wurden schnell zu einem Instagram-Phänomen. Die Technik basiert auf traditionellen japanischen Backmethoden, bei denen Luftigkeit und Textur eine zentrale Rolle spielen. In Japan werden diese Pfannkuchen oft in spezialisierten Cafés serviert, wo die Zubereitung zur Kunstform erhoben wurde. Die Methode unterscheidet sich grundlegend von amerikanischen Pancakes, die ihre Höhe durch Backpulver erreichen. Der japanische Ansatz verlässt sich ausschließlich auf die mechanische Lufteinarbeitung durch den Eischnee. Dies macht die Pfannkuchen nicht nur höher, sondern auch deutlich zarter und leichter im Geschmack. In der japanischen Esskultur wird großer Wert auf die Textur – die Beschaffenheit von Speisen – gelegt, was diese Zubereitungsart perfekt verkörpert.



