Die italienische Focaccia erobert seit Jahren die Herzen von Hobbybäckern weltweit. Dieses traditionelle Fladenbrot aus Ligurien besticht durch seine einzigartige Textur: außen herrlich knusprig, innen luftig-weich. Viele scheuen sich vor der Hefeteig-Zubereitung, doch mit der richtigen Anleitung gelingt dieses mediterrane Brot bereits beim ersten Versuch. Die Kombination aus hochwertigem Olivenöl, grobem Meersalz und frischen Kräutern macht jede Focaccia zu einem kulinarischen Erlebnis. Ob als Beilage zu italienischen Gerichten, als Basis für kreative Sandwiches oder einfach pur genossen – dieses Rezept wird schnell zum Favoriten in Ihrer Küche.
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Zutaten
Utensilien
Zubereitung
1. Hefeteig vorbereiten
Geben Sie das lauwarme Wasser in eine große Schüssel. Das Wasser sollte etwa 37 Grad warm sein, also angenehm lauwarm auf der Haut. Streuen Sie die Trockenhefe und den Zucker hinein. Der Zucker dient als Nahrung für die Hefe und aktiviert sie schneller. Rühren Sie kurz um und lassen Sie die Mischung 5 Minuten ruhen, bis sich kleine Bläschen bilden. Dies zeigt, dass die Hefe aktiv ist und zu arbeiten beginnt.
2. Teig kneten
Fügen Sie nun das Mehl, 60 ml Olivenöl und das Salz zur Hefemischung hinzu. Vermengen Sie alles zunächst mit einem Löffel, bis sich die Zutaten verbinden. Kneten Sie dann den Teig etwa 8 bis 10 Minuten kräftig durch. Der Teig sollte geschmeidig werden und sich vom Schüsselrand lösen. Beim Kneten entwickelt sich das Gluten, ein Eiweißnetzwerk, das dem Brot seine Struktur verleiht. Der Teig ist fertig, wenn er elastisch ist und leicht zurückspringt, wenn Sie ihn eindrücken.
3. Erste Gehzeit
Formen Sie den Teig zu einer Kugel und legen Sie ihn zurück in die leicht geölte Schüssel. Bedecken Sie die Schüssel mit einem feuchten Küchentuch oder Frischhaltefolie. Stellen Sie sie an einen warmen, zugfreien Ort. Die ideale Temperatur liegt bei etwa 25 bis 28 Grad. Lassen Sie den Teig 60 bis 90 Minuten gehen, bis er sein Volumen verdoppelt hat. Dieser Prozess nennt sich Fermentation und ist entscheidend für die luftige Textur der Focaccia.
4. Backblech vorbereiten
Während der Teig geht, bereiten Sie Ihr Backblech vor. Legen Sie es mit Backpapier aus und beträufeln Sie das Papier großzügig mit etwa 10 ml Olivenöl. Verteilen Sie das Öl gleichmäßig mit den Fingern oder einem Pinsel. Dieses Öl sorgt dafür, dass die Unterseite der Focaccia schön knusprig wird und verhindert gleichzeitig das Ankleben.
5. Teig formen
Nach der Gehzeit nehmen Sie den Teig vorsichtig aus der Schüssel und legen ihn auf das vorbereitete Backblech. Drücken Sie den Teig behutsam mit den Fingerspitzen flach, bis er das gesamte Blech bedeckt. Arbeiten Sie dabei von der Mitte nach außen. Der Teig sollte etwa 2 cm dick sein. Wenn er sich zusammenzieht, lassen Sie ihn 5 Minuten ruhen und dehnen Sie ihn dann weiter aus.
6. Charakteristische Vertiefungen
Jetzt kommt der charakteristische Schritt: Tauchen Sie Ihre Fingerspitzen in etwas Olivenöl und drücken Sie damit tiefe Mulden in den Teig. Diese Vertiefungen sind typisch für Focaccia und sammeln später das Olivenöl sowie die Gewürze. Verteilen Sie die Mulden gleichmäßig über die gesamte Oberfläche. Beträufeln Sie den Teig nun mit den restlichen 10 ml Olivenöl und achten Sie darauf, dass es in die Vertiefungen läuft.
7. Zweite Gehzeit
Bedecken Sie das Backblech erneut mit einem feuchten Tuch und lassen Sie den Teig weitere 20 bis 30 Minuten gehen. In dieser Zeit wird der Teig noch einmal aufgehen und die Vertiefungen werden sich leicht glätten, aber nicht vollständig verschwinden. Heizen Sie währenddessen Ihren Backofen auf 220 Grad Ober- und Unterhitze vor.
8. Würzen und backen
Streuen Sie das grobe Meersalz und den getrockneten Rosmarin gleichmäßig über die Focaccia. Das grobe Salz gibt dem Brot seinen charakteristischen Geschmack und eine interessante Textur. Schieben Sie das Blech in den vorgeheizten Ofen auf die mittlere Schiene. Backen Sie die Focaccia 20 bis 25 Minuten, bis sie goldbraun ist. Die Oberfläche sollte knusprig sein und die Ränder leicht gebräunt.
9. Abkühlen lassen
Nehmen Sie die fertige Focaccia aus dem Ofen und lassen Sie sie auf dem Blech etwa 5 Minuten abkühlen. Schieben Sie sie dann vorsichtig auf ein Küchengitter, damit die Unterseite nicht durchweicht. Die Focaccia schmeckt am besten noch leicht warm, kann aber auch bei Raumtemperatur serviert werden. Schneiden Sie sie in Quadrate oder Rechtecke und genießen Sie das Ergebnis Ihrer Arbeit.
Tipp vom Chefkoch
Für eine besonders aromatische Focaccia können Sie den getrockneten Rosmarin durch andere mediterrane Kräuter wie Thymian oder Oregano ersetzen. Wenn Sie eine noch knusprigere Kruste wünschen, sprühen Sie die Focaccia während der ersten 10 Minuten Backzeit zweimal mit Wasser ein. Dies erzeugt Dampf im Ofen, der die Krustenbildung fördert. Ein professioneller Trick: Geben Sie 2 Esslöffel Olivenöl in eine kleine Schüssel und tauchen Sie Ihre Finger beim Formen immer wieder hinein. So klebt der Teig nicht an den Händen und Sie arbeiten zusätzliches Öl in die Oberfläche ein. Bewahren Sie übrig gebliebene Focaccia in einem luftdichten Behälter auf – sie bleibt so 2 Tage frisch. Zum Auffrischen einfach kurz im Ofen bei 180 Grad erwärmen.
Die perfekte Begleitung zur Focaccia
Zur Focaccia passt hervorragend ein leichter italienischer Weißwein wie ein Vermentino oder Pinot Grigio. Diese Weine ergänzen die salzigen und kräuterigen Noten des Brotes perfekt, ohne es zu dominieren. Ihre frische Säure schneidet durch das Olivenöl und reinigt den Gaumen zwischen den Bissen.
Für eine alkoholfreie Alternative empfiehlt sich ein Limonata, eine italienische Zitronenlimonade, oder ein Glas gekühlter Eistee mit Zitrone. Auch ein spritziger Prosecco harmoniert wunderbar, besonders wenn die Focaccia als Aperitif-Brot serviert wird. Die Kohlensäure des Prosecco hebt die Aromen der Kräuter hervor und macht jede Mahlzeit zu einem festlichen Erlebnis.
Zusätzliche Info
Die Focaccia stammt ursprünglich aus der Region Ligurien in Norditalien, genauer gesagt aus der Hafenstadt Genua. Der Name leitet sich vom lateinischen Wort panis focacius ab, was so viel wie ‚Brot aus dem Herd‘ bedeutet. Bereits in der Antike backten die Römer ähnliche Fladenbrote in heißer Asche.
Traditionell wurde Focaccia als einfaches Alltagsbrot für Arbeiter und Fischer gebacken. Das reichliche Olivenöl machte das Brot nahrhaft und haltbar – wichtige Eigenschaften für Menschen, die lange Arbeitstage hatten. Heute gibt es unzählige regionale Varianten: In Apulien wird die Focaccia barese mit Tomaten und Oliven belegt, während in der Toskana die schiacciata mit Trauben gefüllt wird.
Die charakteristischen Vertiefungen in der Focaccia haben einen praktischen Ursprung: Sie sollten das kostbare Olivenöl auffangen und gleichmäßig verteilen. In modernen Bäckereien wird Focaccia oft als Basis für kreative Beläge verwendet, von Käse über Gemüse bis hin zu süßen Varianten mit Honig und Früchten. Das Grundrezept bleibt jedoch seit Jahrhunderten nahezu unverändert – ein Beweis für seine zeitlose Perfektion.



